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Freilichtmuseum

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Freilichtmuseum - archäologische Befunde

Auslöser für die Idee eines eisenzeitlichen Gehöftes als Freilichtmuseum waren archäologische Grabungsfunde des Landesamtes für Denkmalpflege in der Flur „Grafhorn“ vor rund 30 Jahren, bei denen ein historisches Grubenhaus zu Tage trat. Es handelte sich um ein eingetieftes Bohlenständerhaus. Solche Grubenhäuser dienten überwiegend als Nebengebäude, vornehmlich für handwerkliche Tätigkeiten.

Ergänzend dazu gibt es zahlreiche Fundstücke aus der unmittelbaren Umgebung, die aus der Eisenzeit stammen, vor Ort zur Verfügung stehen bzw. gestellt werden können und sich als Exponate zu Anschauungszwecken hervorragend eignen. Dazu gehören Kettenglieder, Messer, Eisenaxt, Schlackestücke, Holzkohle, Urnen, Töpfe mit Leichenbrand, Deckschalen und Beigefäße. Noch heute sind Holzkohlenmeilerplätze in den Feldern als tiefschwarze, runde Flächen, aber auch Grabhügel oder Rottegruben, in der näheren Umgebung anzutreffen.

Die Funde gaben den Anlass, einen urgeschichtlichen Hauskomplex aus der Eisenzeit in Form eines Freilichtmuseums direkt neben dem Naturfreundehaus Grafhorn zu errichten. Dabei handelt es sich um das bereits erwähnte Grubenhaus als Nebengebäude und in Ergänzung dazu um ein damals übliches Langhaus als Hauptgebäude. Da die Ausgrabungsfunde in der Region dem Kulturkreis der sogenannten Nienburger Gruppe (Leitkeramik: Nienburger Tasse) zuzuordnen sind, sollte das Langhaus von der Haustypologie her auch der Nienburger Kultur entsprechen. Im Gegensatz zu der damals in anderen Landesteilen üblichen zweischiffigen Bauweise wurden hier dreischiffige Wohnstallhäuser, die das Gebäude mittels zweier innerer Pfostenreihen in drei Schiffe aufteilten, erstellt. Dieser Haustyp gilt übrigens als Vorläufer des Niederdeutschen Hallenhauses (Zweiständerhaus). Ein solches dreischiffiges Gebäude der Eisenzeit wurde in ganz Deutschland bisher noch nicht nachgebaut. Der zugrunde liegende historische Befund bzw. historisch nachgewiesene Grundriss stützt sich auf eine Ausgrabung aus dem Jahre 2002 im Raum Cloppenburg. Alle Planungen erfolgten in Anlehnung an das dort gefundene dreischiffige Wohnhaus aus der vorrömischen Eisenzeit um 600 vor Christus. Ein ähnliches Haus aus dem gleichen Kulturkreis wurde erst kürzlich bei Grabungsarbeiten in der Nähe von Barsinghausen entdeckt.

Quellen:
Dieter Maas (Münster):
Dokumentation über die Rekonstruktion eines vorrömischen Eisenzeitgehöfts um 600 v. Chr. und den Bau eines Modells im Maßstab 1:87. Münster, 2008.
Jana Esther Fries (Oldenburg):
„Mehr als gedacht – Häuser und Gehöfte der Vorrömischen Eisenzeit zwischen Weser und Vechte“. Aus: Haus – Gehöft – Weiler – Dorf, Siedlungen der Vorrömischen Eisenzeit im nördlichen Europa; internationale Tagung an der Freien Universität Berlin vom 20. – 22. März 2009; von Michael Meyer (Hrsg.), Rahden/Westf.: Leidorf 2010, ISBN 978-3-89646-518-4,
Berliner Archäologische Forschungen, Bd. 8, S. 343 – 355.


Replik einer "Nienburger Tasse"


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