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Eisenverhüttung

Freilichtmuseum

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Freilichtmuseum - Eisenverhüttung

Am 30.4.2017 wurde auf dem Gelände des Freilichtmuseums der erste Rennofen zur Verhüttung von Raseneisenstein errichtet.

Damit das Gebilde stabil bleibt, wurde in dem Ofen ein Feuer zur Trocknung des Lehm-Stroh-Gemischs entfacht.

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Eine Woche später wurde das Erz (der Raseneisenstein) in einem Feuer "geröstet". Dadurch entwichen störende chemische Elemente, wie etwa Schwefel, aber auch gebundenes Wasser.

Das Rösten bewirkte auch, dass sich das Erz besser zerkleinern ließ. Dadurch konnte für das Verhütten schädlicher Sand entfernt und die Oberfläche des Erzes vergrößert werden.

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Am 13.5.2017 war es dann so weit: Der Rennofen wurde über 10 Stunden gefahren und musste während des Verhüttungsvorgangs ununterbrochen mit einem doppelten Blasebalg bedient werden.

Etwa 30 kg Holzkohle und knapp 25 kg geröstetes Erz, das portionsweise eingefüllt wurde, kamen dabei zum Einsatz.

Zwischendurch wurde der Rennofen "abgestochen", so dass die flüssige Schlacke herausrinnen konnte. Daher stammt der Name "Renn(Rinn-)ofen".

Die sich bildende Eisenluppe wird jedoch nicht flüssig, da ein Rennofen nicht die Schmelztemperatur von Eisen (1539 °C) erreicht. Anhand der Glühfarbe lässt sich aber durch die Belüftungsdüse sehen, ob die Temperatur zur Eisenreduktion optimal ist (1100 bis 1300 °C).

Am Abend des 13.5.2017 wurde es dann spannend: Hatte sich wirklich eine Eisenluppe gebildet oder ist das gesamte Eisen in die Schlacke übergegangen. Dann wäre alles vergebens gewesen. Um das herauszufinden, wurde der noch heiße Ofen auseinandergebrochen.

Der Jubel war groß! Eine Eisenluppe von etwa 1,7 kg wurde geborgen. Daneben noch weitere kleine Luppen, so dass insgesamt etwa 2,3 kg Eisen gewonnen werden konnten.

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Die noch glühende Eisenluppe wurde sofort nach der Bergung aus dem Ofen verdichtet, um möglichst viele Schlackereste herauszuschlagen.

Daten zum Versuch:

Zeitaufwand:
Erz abbauen: 2 Stunden
Ofen bauen: 8 Stunden
Erz rösten und zerkleinern: 14 Stunden
Verhütten: 12 Stunden
gesamt: 36 Stunden




Material und Rohstoffe:
Holzkohle: 30 kg (entspricht etwa 100 kg getrocknetem Holz)
Roherz (Raseneisenstein > 60 % Eisengehalt): etwa 100 kg
verhüttetes Erz: 25 kg
Ergebnis: Eisenluppe: 1,7 kg
Die Luppe enthält noch viel Schlacke sowie Holzkohle und muss deshalb noch ausgeschmiedet werden. Dabei werden etwa
1 kg Eisen übrig bleiben.


Vielen Dank an die Experimantalarchäologen Bernhard und Matthias vom Sachsenhof Greven und Florian Kobbe für die tolle Unterstützung und den unfassbar engagierten Einsatz!


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